Kritik an Stickstoffeinträgen

Kritik an Stickstoffeinträgen

DEU; Germany, Parchim, 2015, Fraktionssitzung,  Copyright photo: FRED DOTT, Hamburg, http://www.freddott.de, contact : fred.dott@t-online.de
DEU; Germany, Parchim, 2015, Fraktionssitzung, Copyright photo: FRED DOTT, Hamburg, http://www.freddott.de, contact : fred.dott@t-online.de

Kreistagsfraktion „Umwelt, Piraten und Freie Wähler“ sieht Wasser in Gefahr

PARCHIM „Grund- und Oberflächengewässer in Mecklenburg-Vorpommern werden durch Dünger, Antibiotika und Pflanzenschutzmittel aus der Landwirtschaft weitaus höher belastet als gedacht“, heißt es in einer Mitteilung der Fraktion „Umwelt, Piraten und Freie Wähler“ im Kreistag Ludwigslust-Parchim. Laut Professor Friedhelm Taube von der Universität Kiel seien die Werte „absolut besorgniserregend“. Ihm zufolge sehe man seit mehr als zehn Jahren keine Verringerung bei der Belastung der Gewässer mit Nitrat und der Luft mit Ammoniak: „Der Stickstoffüberschuss ist weit höher als erlaubt. Es geht vor allem um Stickstoffeinträge durch das Düngen mit Gülle.“ Das Problem sind zu viele Tiere auf zu wenig Raum. Besonders betroffen von den Belastungen sind Gebiete mit intensiver Tierhaltung und vielen Biogasanlagen.
„Umwelt, Piraten und Freie Wähler“ weise seit ihrer Gründung auf die dramatische Situation hin. Das Landesamt für Umwelt, Naturschutz und Geologie Mecklenburg-Vorpommern (LUNG) habe auf Nachfrage aus dem Umweltausschuss bestätigt, dass lediglich drei Prozent der Fließgewässer im Landkreis Ludwigslust-Parchim in einem ökologisch guten Zustand seien. Auch der Landrat habe auf Anfrage der Fraktion einen räumlichen Zusammenhang zwischen großen Tierhaltungsanlagen und belasteten Gewässern festgestellt.
Die Zuständigkeit liege allerdings beim Landwirtschaftsministerium und deren Genehmigungsbehörde, die immer weiter dem Bau von Massentierhaltungsanlagen zustimme. „Das kann aber für den Kreis keine Ausrede sein, sich passiv zu verhalten oder weiteren Brunnenschließungen tatenlos zuzusehen“, kritisiert der Fraktionsvorsitzende Gustav Graf von Westarp. Wasser sei unsere wichtigste Ressource – ohne sauberes Wasser kein Leben: „Ich habe unserem Agrarminister schon mehr als ein Jahrzehnt zugehört, es wird Zeit für Veränderung.“ Petra Mannfeld , ergänzt: „Im Bericht des LUNG zur Wassergüte in MV heißt es 2015 zudem: Die zu hohen Stickstoffeinträge werden vom Sachverständigenrat für Umweltfragen als eines der großen ungelösten Umweltprobleme unserer Zeit angesehen. Da hilft es niemanden, sich auf Zuständigkeiten zu berufen. Wir müssen das Problem selbst in die Hand nehmen und Druck machen.“

 

Quelle: Parchimer Zeitung

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